Erziehen eigentlich die Mütter ihre Kinder zu Narzissten?

Erziehen eigentlich die Mütter ihre Kinder zu Narzissten?

Kurze Anmerkung vorweg: NPS bedeutet Narzisstische Persönlichkeitsstörung. Ein Hauptmerkmal einer Persönlichkeitsstörung ist, dass sie in Kindheit und Jugend beginnt, sich durchzieht und entweder der Betroffene selbst und/oder sein Umfeld unter dieser Störung leidet. Wie wir wissen, ist es bei der NPS zumeist das Umfeld, das darunter leidet. Es gibt aber natürlich andere Persönlichkeitsstörungen, z. B. die emotional abhängige Persönlichkeitsstörung. Hierbei leidet zumeist der Betroffene. Wichtig ist zu wissen, dass eine Persönlichkeitsstörung nicht plötzlich im Erwachsenenalter auftritt und auch nicht nur ein Verhalten z. B. einer bestimmten Person gegenüber darstellt. Das Verhalten muss sich sowohl durch das Leben als auch durch die Lebensbereiche ziehen. Beim Narzissten wissen wir jedoch, dass er durchaus verschiedene Masken aufsetzen kann. Er kann also im Freundes- und Familienkreis den jovialen, zugänglichen Kerl „spielen“ und zu Hause manipulativ, übellaunig, zornig……sein. Das macht es häufig für Außenstehende so schwer und für uns Betroffene ebenfalls, weil das Umfeld den malignen Anteil nie zu sehen bekommt!

Die Frage, warum werden manche Menschen zu Narzissten und andere nicht, ist letztlich von der Forschung nicht abschließend geklärt. Was man aber weiß, ist, dass es mehrere Ursachenquellen und Erklärungsansätze dafür gibt. Zum einen kann eine genetische Komponente, also eine bestimmte Disposition dafür eine Rolle spielen, zum Anderen ist (laut Psychoanalytiker Sigmund Freud) die Erziehung der ersten Jahre maßgeblich und letztlich (eher der Ansatz der Verhaltenstherapie) das „Lernen am Modell“.

Was heißt das nun im Einzelnen: Nun, eine genetische Disposition bedeutet die Bereitschaft, ein bestimmtes Merkmal auszubilden. Ich möchte es euch einmal am Beispiel der Migräne verdeutlichen. Wir kenne alle einen Umstand, dass beispielsweise die Großmutter Migräne hatte, dann die Mutter und irgendwann auch die Tochter. Das heißt, die Bereitschaft für Migräne ist im Körper angelegt, um die Erkrankung jedoch ausbrechen bzw. aktiv werden zu lassen, bedarf es noch bestimmter Auslöser. Diese können in dem Fall sein: Stress, Hormone, Alkohol… Es bedeutet also, dass mehrere Faktoren zusammen kommen müssen, um tatsächlich daran zu erkranken. ABER, die Disposition spielt eben auch eine Rolle. Nach Auffassung von Sigmund Freud und auch anderen Schulen, gründet die narzisstische Persönlichkeitsstörung in der Beziehung des Kindes zur Hauptbezugsperson – zumeist also der Mutter. 2 Hauptursachen kommen hierbei als Auslöser in Frage. Zum einen kann eine NPS entstehen, wenn die Mutter das Kind vernachlässigt, keine adäquate Beantwortung anbietet auf die Bedürfnisse des Kindes, nicht verfügbar ist, und so das Kleinkind emotional auf sich selbst zurück geworfen wird. ODER: Im Gegenteil, das Kind übermäßig gelobt wird, für Selbstverständlichkeiten als herausragendes Genie behandelt und bewundert wird. In beiden Fällen geht es also um die Unangemessenheit der Spiegelung, die die Mutter dem Kind in den ersten Jahren geben muss, damit dieses sich selbst und auch seinen Platz in der Welt finden kann.

Ein weiterer Punkt kann das „Lernen am Modell“ darstellen. Hierbei geht es darum, dass wir für selbstverständlich erachten, was wir tagtäglich sehen und erleben. Ist also beispielsweise unser Vater narzisstisch veranlagt, dominiert er die Familie und alle anderen Mitglieder ordnen sich
seinen Wünschen unter, so wird das Kind dieses Familien- und Ehemodell verinnerlichen. Es speichert also ab: „Der Vater ist wichtiger als die Mutter, seine Wünsche und Bedürfnisse haben Vorrang. Eine Frau muss sich zurücknehmen, hinten anstellen und geduldig all seine Launen und Stimmungen ertragen!“ Dies kann dazu führen, dass sich die Tochter später UNBEWUSST selbst einen Mann sucht, der sie so behandelt, wie der Vater die Mutter und natürlich auch sie behandelt hat. Wenn die Tochter diese Umstände nicht bewusst reflektiert, wird sie mit diesem inneren Modell immer wieder Männer anziehen, die diese alte Situation wieder herstellen. Wobei die Tochter natürlich genauso leidet, wie einst ihre Mutter gelitten hat, sie tut es also nicht absichtlich!! Aber sie kann nicht anders, bzw. ist sich ihrer inneren Ausrichtung in puncto „unbewusste Partnerwahl“ überhaupt nicht bewusst! Wie wirken diese inneren Muster, warum erschaffe ich mir erneut eine Situation, in der ich leide, obwohl ich diese doch verlassen könnte…. Wer sich gerne konkret mit dem Ausstieg aus einer narzisstischen Beziehung befassen möchte, ihn aber alleine nicht schafft, oder wer schon ausgestiegen ist, aber die Trennung schwer verkraftet, der kann auch gerne in meine neu gegründete Gruppe kommen. Dort werden wir uns in regelmäßigen Live-Frage-Antwort-Runden austauschen und ich werde euch fachlich begleiten.

 

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