Es fühlt sich an wie sterben

Es fühlt sich an wie sterben

„Es fühlt sich an wie sterben“, sagte neulich eine Klientin zu mir. Und tatsächlich nahm ich ihr dieses Gefühl vollkommen ab, sie wirkte in sich zusammengefallen, zerbrochen, klein und hilflos. Wie kann das sein? Wie ist es möglich, dass ein Mensch, der es de facto nicht gut mit uns meint, der uns nachweislich schadet, mit dem man definitiv keine harmonische Beziehung auf die Reihe kriegt, der uns beschimpft, erniedrigt, verlässt, wieder zurück kommt, mit uns spielt, uns bedroht, uns aussaugt und dann wegwirft – wie kann es sein, dass wir diesen Menschen dennoch als überlebenswichtig erleben?

Das ist tatsächlich spannend und hat etwas zu tun mit dem Eisbergmodell von Sigmund Freud. Dieses besagt, dass 90% unserer Handlungen und Erlebensweisen unbewusst passieren. Wir glauben also, eine Entscheidung BEWUSST zu treffen, dabei hat unser Unterbewusstsein bereits vor-entschieden. so schnell können wir gar nicht nachdenken und entscheiden, wie das unser Unterbewusstsein macht.

Was ist drin in den 90%, die unter der Oberfläche liegen, zu denen wir gar keinen bewussten Zugang haben, die uns steuern, ohne dass wir sie kennen! Ist das nicht der Hammer, da fährt quasi unser Unterbewusstsein mit uns durch`s Leben, wir denken, wir sitzen am Steuer, dabei tun wir das nur zu einem ganz kleinen Prozentsatz! Und wann beginnt es eigentlich, dass sich die Erfahrungen, Gefühle, Werte, Überzeugungen…..da unten in dem fetten Bauch des Eisbergs versammeln? Was würdest du schätzen? Ab dem 3. Lebensjahr? Oder ab dem 5.? Du wirst erstaunt sein zu hören, dass wir ab dem 4. Lebensmonat nach der Zeugung – also noch im Mutterleib beginnen, diese Erlebnisse zu speichern. Sowohl im Gehirn als auch im Körpergedächtnis! Weißt du, wie es deiner Mutter erging, als sie mit dir schwanger war? Weißt du, ob du ein willkommenes Kind warst, das die Augen seiner Mutter zum Leuchten gebracht hat?

Wie war die Situation, als du auf die Welt kamst? Wie war die Beziehung deiner Eltern, bist du mit Mutter und Vater aufgewachsen, hatten sie eine harmonische Partnerschaft? Wie stabil konntest du dich auf deren Liebe und Fürsorge verlassen? Gab es Beziehungsabbrüche? Viele Umzüge, Ist ein Elternteil gegangen oder verstorben? Oder eine enge Bezugsperson?

Alte Muster wirken unbewusst

 

Du magst vielleicht denken, dass das keine große Rolle spielt, weil das ja ein Kleinkind noch gar nicht richtig registriert. Und genau das ist der Trugschluss!! Kinder registrieren alles, sie nehmen – wie ein Schwamm – alles ungefiltert in ihrem System auf. Und dort wirkt es – ein Leben lang. So also auch heute noch. Wir machen ein Beispiel: Aus welchen Gründen auch immer wurdest du als Kind von deiner Mutter abgelehnt. Das Gefühl der Ablehnung ist dir also ein Leben lang vertraut und du kennst die Welt gar nicht anders, als dass du dich darin „nicht willkommen“ fühlst. Da wir unsere Eltern zum Überleben brauchen als Baby, tun wir alles, um ihr Wohlwollen zu erlangen. Ohne ihre Liebe und Fürsorge würden wir sterben! Das ist de facto richtig so – zumindest in der Lebensphase, als wir noch ein Baby waren. Wir müssen also alle Ablehnung in Kauf nehmen und dennoch um ihre Liebe buhlen. Wir müssen also alle Schläge, Erniedrigung, Zurückweisung, jedes Ignorieren, Abwerten oder im-Stich-lassen über uns ergehen lassen und dennoch weiter um die Gunst der Mutter kämpfen. Wir können es uns nicht erlauben – als Baby – erhobenen Hauptes zu sagen: „Dein Umgang mit mir ist unter meiner Würde – ich bin dann mal weg!“ So lernen wir also, dass Liebe weh tut, dass sie erniedrigt, dass wir einen hohen Preis dafür zahlen müssen, dafür kämpfen und dennoch schäbig behandelt werden.

 

Der narzisstische Partner triggert unsere alten Muster

 

Als Erwachsene, wenn wir mit einem Narzissten zusammen kommen, spielt sich genau dieses Muster wieder ab. Er triggert die Erlebnisse aus unserer frühesten Kindheit und wir verfallen in den Modus: „Was muss ich tun, um deine Liebe zu erhalten?“ Er drückt genau die Knöpfe, die innere Überzeugungen, Glaubenssätze und Erfahrungen aus dem Bauch unseres Unterbewusstseins nach oben spülen. „Ich bin nichts wert, mich kann man nicht lieben, ich werde sowieso verlassen, für Liebe muss man ganz viel tun, Liebe muss man sich verdienen, um Liebe muss man kämpfen, am Ende werde ich eh verlassen, betrogen, ausgetauscht, ich bin nicht liebenswert, ich bin eine Last, ich bin eigentlich nicht gewollt“ Und dann fängt unser System an zu kämpfen, weil es ja – gefühlt – im Babymodus ist und überleben muss. Also, was muss ich tun, damit ER bleibt (stellvertretend für die Mutter z. B.) Was muss ich in Kauf nehmen, damit er mich „behält“?, Was muss ich über mich ergehen lassen, um ein paar Tropfen Zuneigung zu kriegen? Was muss ich aushalten, um weiter die Hoffnung auf ein bisschen Glück wahren zu können?“ Dies alles spielt dir dein Unterbewusstsein vor – es holt sozusagen die alten Programme wieder hoch und wir erleben es als aktuell. Obwohl wir nicht mehr sterben, wenn uns der Partner heute verlässt, obwohl wir nicht mehr bedroht sind und gehen könnten, rutschen wir in diesen alten Modus – unser Kinder-ICH – hinein, fühlen uns ausgeliefert, hilflos, machtlos, abhängig, hoffnungslos scheinen all unsere Versuche, das Steuer in die Hand zu bekommen, vergebens alle Versuche, der Falle zu entkommen!

 

Warum du ohne Therapie nicht herausfindest!

 

Lass dir helfen, du kommst mit deinem Verstand nicht gegen die 90% Unterbewusstsein an. Die Prägungen sind so enorm stark und sie wirken immer schon, bevor du eine bewusste Entscheidung treffen kannst, du kriegst sie nicht alleine aufgelöst. Deine Versuche, dich und deine Seele zu retten, sind absolut ernst gemeint, aber die Macht des Unterbewusstseins erdrückt sie, macht alle Versuche zunichte. Erst wenn du völlig am Boden liegst, schwer krank bist, Alkohol süchtig oder in einer sehr schweren Depression, wenn du also innerlich aufgegeben hast, überhaupt noch am Leben bleiben zu wollen, dann schaffst du vielleicht den Ausstieg alleine. Aber dieser Preis ist sehr hoch, zu hoch, für manche geht es dann jahrelang nicht mehr zurück in ein gesundes und fröhliches Leben. Du bist nicht schuld, in eine solche Geschichte hineingeraten zu sein, du bist auch nicht schuld, da alleine nicht rauszufinden, aber du bist verantwortlich dafür, dir Hilfe zu holen, wenn die eigenen Versuche scheitern, dein Leben und deine Gesundheit immer weiter den Bach runtergehen, wenn du fühlst, dass du keine gute Mutter mehr bist, kein guter Vater, wenn dir dein Leben völlig entglitten ist, dann ist es deine Pflicht, und auch etwas Wunderbares, einen professionellen Ausstiegshelfer in Form eines Therapeuten zu nehmen. Es geht nicht um ein bisschen Unglücklich-sein, es geht um dein Leben. Um dein Über-Leben! Werde aktiv und hol dir Hilfe – JETZT! Unterbreche diesen Kreislauf des Leidens in deinem Leben, baue dir eine neue Zukunft auf, lass dich nicht weiter treiben im Sumpf des Narzissmus, erlaube dir, ein glückliches Leben führen zu dürfen, bearbeite ein für allemal die alten Muster. Verwandle die hinderlichen inneren Glaubenssätze in konstruktive, hilfreiche, die dich weiterbringen, dir ein freies und selbstbestimmtes Leben ermöglich. Geh mit mir raus aus der Nacht, dem Trübsinn und der seelischen Dunkelheit – bleib nicht stehen auf dem Weg in eine bessere Zukunft. Ich reiche dir die Hand, ich habe schon viele Menschen aus der Narzissmus-Falle herausgeführt und begleitet!

 

„Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber ich weiß, dass es anders werden muss, wenn es besser werden soll!“

Georg Christoph Lichtenberg

Menü schließen
>