Mit Vollgas in die Garage – das muss ja zum Crash führen !!

Mit Vollgas in die Garage – das muss ja zum Crash führen !!

Vielleicht denkst du jetzt, was hat denn meine Garage mit Narzissmus zu tun? Und was soll der Vergleich überhaupt? Tja, da kann ich dich beruhigen! Es gibt durchaus einen Zusammenhang und hier kommt er:

Viele meiner Klienten trennen sich vom Narzissten quasi explosionsartig! Bei irgendeiner Situation läuft ihnen die Galle über, sie fahren aus der Haut und knallen ihm das Ende vor die Füße! Wie bei einem Schnellkochtopf, wenn der Stift vom Deckel oben rausfliegt! Zack – das war’s! ich gestehe zu, dass jedermann und jede Frau es durchaus ernst meint in diesem Moment! Sogar bitterernst! Da kommen all die Emotionen hoch, die so lange unterdrückt wurden, da schreit man vielleicht Vorwürfe raus, die man schon seit Ewigkeiten unter den Teppich kehrt und bevor man dran erstickt, knallt man ihm vielleicht sogar noch all das hin, was man eigentlich nie sagen wollte! Dass man in seinem Handy geschaut hat, hinter ihm herspioniert hat, dass man längst weiß, dass er zweigleisig fährt, dass man Briefe, Kontoauszüge, Bilder, Abrechnungen….was weiß ich alles gefunden hat und jetzt endgültig „die Schnauze voll“ hat!

In diesem festen Glauben und in dieser Energie verlassen wir nicht nur die Wohnung, sondern zugleich die Beziehung. Wir wollen ihn nie mehr wiedersehen. Er hat uns so tief enttäuscht, so hintergangen, so erniedrigt, dass wir uns zu 1000 Prozent sicher sind, den wollen wir nie wieder in unserem Leben haben. Tatsächlich fühlt es sich auch stimmig an. In dem Moment! Er kann bleiben, wo der Pfeffer wächst…wir schicken ihn in die Wüste! In den ersten Stunden sind wir sehr stolz auf uns, dass wir uns endlich mal durchgesetzt haben und ihm zeigen, wo „der Hammer hängt!“ Endlich haben wir mal nicht klein beigegeben, sondern sind unsere Frau gestanden. Ganz schön blöd hat er aus der Wäsche geschaut, als wir ihm das so um die Ohren klopften, damit hatte er nicht gerechnet. Im Grunde sind wir fast ein bisschen stolz auf uns, dass wir ihn so aus der Fassung bringen konnten und er endlich mal irritiert ist und sprachlos! Wir haben den Spieß rumgedreht …….   das denken wir….

Aber: Mit jeder Stunde, die vergeht, vergeht auch das Gefühl der Wut. Es wird weniger und weniger und so ganz langsam kriechen die Zweifel in unserer Gedankenwelt hoch. Haben wir vielleicht überreagiert? Waren wir nicht doch gemein zu ihm? Er konnte sich ja im Grunde gar nicht wirklich verteidigen, wir haben ihm ja fast keine Chance gegeben, seine Sicht darzustellen. Sind wir nicht doch wie eine Dampfwalze über ihn hinweg gerollt? Sind wir nicht doch.

…mit Vollgas in die Garage???

Nun ja, jetzt ist es halt so. Und wir haben auf jeden Fall auch Recht mit dem, was wir ihm vorgeworfen haben. Schließlich gibt es ja die Beweise für seine Lügen, immerhin stimmt es ja, dass er uns ständig mit Schweigen bestraft, und EINMAL wollen wir auch sagen dürfen, was wir denken. Es kann doch nicht immer nur um ihn gehen! Es kann doch nicht sein, dass ich immer alles herunterschlucken muss, nur um ihn nicht gegen mich aufzubringen. Wo bleibe ich denn da? Ich bin doch nicht seine Untergebene, die dem hohen Herrscher zu Diensten und zu Gefallen zu sein hat!! Oder doch? Wer weiß, ob ich mir da jetzt nicht doch ein Eigentor geschossen habe. Was mache ich denn, wenn er auf meinen großen Abgang nicht reagiert? Was mache ich, wenn er nicht einlenkt, sich nicht meldet, mir diese Genugtuung nicht zuteilwerden lässt??? Eigentlich bin ich jetzt diejenige, die leidet…ihm macht das ja mal wieder gar nicht aus. Der kann tage- und wochenlang schweigen! So ein Mistkerl! Wenn ich mich nicht bei ihm melde….

…ist dann vielleicht tatsächlich Schluss? Das Beste wäre es ja eigentlich. Es macht doch schon lange keinen Sinn mehr mit uns beiden. Wir drehen uns doch ständig nur im Kreis und kommen nicht von der Stelle. Eigentlich ist es auch schon lange nicht mehr toll mit ihm. Der Mann, der er am Anfang war, den gibt es doch eh schon nicht mehr. Nicht mal der Sex ist noch der Rede wert. Im Grunde könnte ich froh sein, wenn er sich nicht mehr meldet. Dann würde ich es vielleicht endlich schaffen, dieses Kapitel zu schließen. Boa, das wäre so geil, wenn ich endlich frei wäre von diesem Menschen. Wenn ich endlich nach vorne blicken könnte und dieser Falle entkommen! Je länger ich darüber nachdenke, umso klüger erscheint es mir, diesmal wirklich ernst zu machen. Eigentlich habe ich ihm gesagt, was es zu sagen gibt, im Grunde sind wir schon lange nicht mehr wirklich glücklich miteinander, es wäre für alle das Beste…diesmal zieh ich’s durch….ich bin fest entschlossen….

….nur vielleicht könnte man sich ja noch 1 Mal sehen. So zum Abschied…oder zumindest noch was schreiben. Man kann doch nach dieser turbulenten Zeit, nach all dem, was war, nicht einfach so auseinandergehen. Das ist doch irgendwie kein richtiger Abschluss. Ich war, ganz ehrlich, auch ein bisschen heftig bei der letzten Begegnung. So ein Mensch bin ich im Grunde gar nicht, und eigentlich würde ich mich auch gerne dafür entschuldigen. Ich weiß ja auch, dass er keine leichte Kindheit hatte und überhaupt ist seine Situation nicht so einfach. Vielleicht kann er nicht aus seiner Haut und reagiert deshalb manchmal so heftig. Wie kann ich ihn verurteilen, wo ich doch seinen Schmerz kenne. Ich weiß doch genau, wie es sich anfühlt, einsam zu sein als Kind, nicht geliebt und gesehen zu werden, nichts recht machen zu können, nie OK zu sein so, wie man ist. Immer kritisiert, ständig ermahnt zu werden, das war es doch auch, was uns anfangs verbunden hat. Wir waren doch so symbiotisch, wir haben doch ganz gleich geschwungen….wir zwei…..verletzte Kinder….

Wobei – eigentlich glaube ich sogar, dass er schon eine Neue am Start hat! Und da sehe ich auch nicht ein, dass ich ihm hinterher renne. Soll er doch mal kommen! Immer bin ich diejenige, die wieder auf ihn zukommen muss. Ich leide unter dem no contact! Ich leide sogar wie ein Hund! Tatsächlich fühle ich mich so schwer verletzt wie bei einem Crash. Er leidet ja eh nicht halb so schlimm wie ich. Er ist doch ein Mensch ohne Emotionen, er kann gar nicht so tief empfinden wie ich, das hat er mir schon tausendmal bewiesen. 

Wenn er Gefühle zeigt, dann sind diese meist nur aufgesetzt. Er kann mich gar nicht erfassen in meiner Emotionalität. Und was will ich eigentlich mit einem Partner, der mich eh nie verstehen wird. Im Grunde wäre es am besten, wenn wir das Ganze hier beenden und getrennte Wege gehen. Ich denke ja schon lange drüber nach und ich bin mir auch sicher, dass er mir nicht gut tut. Das sagt ja auch mein ganzes Umfeld….die können das Thema „Narz“ schon nicht mehr hören. Eigentlich bin ich mir sicher, dass ich da raus will…..

Wem ist so langsam schwindelig geworden beim Lesen 🙂 🙂 🙂

Merkt ihr diese Zerrissenheit, spürt ihr den Spagat, der so unendlich viel Kraft kostet? Dieses Schwanken zwischen zwei Überzeugungen, die sich beide als richtig anfühlen und doch so gegensätzlich sind? Zu meinen Klienten sage ich immer: „Wir steigen erst aus, wenn wir uns sicher sind! Ganz sicher! Zu 100%!! Ich besteige ja auch keinen 8000er ohne Vorbereitung! Ich mache mich auch nicht auf Weltreise ohne über das Gepäck und die Route nachzudenken! So wäre es auch sinnvoll und zielführend, die Trennung vorzubereiten! Ein ad-hoc-Ausstieg geht zu über 90% schief! Es fehlt die Basis, die innere Haltung dazu, die notwendige Unterstützung und der Plan für die Zukunft. Wenn wir etwas hergeben sollen, was uns seither wichtig war – und sei es nur als „Krücke“, dann fallen wir…dekompensieren wir….brechen wir ein – deshalb: Erst was Neues installieren, dann geht es sich leichter über die Brücke des Ausstiegs in die Freiheit!

Und noch leichter geht es sich, wenn man jemanden an der Seite hat, der den Weg schon gegangen ist (A) und viele andere dabei begleitet hat (B). Und am leichtesten geht es sich, wenn man A und B zusammen nimmt und den Prozess in einer kleinen Gruppe macht (C), die gemeinsam auf Wanderschaft geht! Von A nach B mit ABC! 

Zum Auf(s)stieg mit professioneller Begleitung in einer Community !

Nur Mut zum ersten Schritt…den brauchts von dir  von da an bist du nicht mehr allein!

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