Wusstest du, dass sich Gehirne von Empathen und Narzissten unterscheiden?

Wusstest du, dass sich Gehirne von Empathen und Narzissten unterscheiden?

Dieses Thema ist so vielschichtig wie komplex. Darum schlage ich vor, wir nähern uns dem Ganzen mal von einer ganz anderen Seite – nämlich von vorne! Wie bin ich überhaupt in die Beziehung mit einem Narzissten geraten? Und was hat mich so lange ausharren lassen in einer Beziehung, die von Kränkungen, Enttäuschungen, Demütigungen, Verwirrungen und Erniedrigungen nur so strotzt? Eine Beziehung, deren Existenz bei jeder Kleinigkeit in Frage steht. Eine Beziehung, die sich durch ständiges on-off auszeichnet.

Einige Informationen zum Thema Narzissmus möchte ich noch voranstellen. In meiner täglichen Arbeiterlebe ich häufig, dass sich die Partner der Narzissten, also die Betroffenen, um die es hier gehen soll, die Frage stellen: „Ist mein Partner denn auch w i r k l i c h ein Narzisst? Wie kann ich mir da sicher sein? Und – kann er auch ein Narzisst sein, wenn er gar nicht diagnostiziert wurde?

Ich stelle an diesem Punkt gerne eine Gegenfrage: „Welchen Unterschied würde es machen, wenn er diagnostiziert wäre oder eben nicht? Wäre dann sein Verhalten eher entschuldbar, oder würdest du dann eher in der Beziehung bleiben, „nur“ weil er ja kein (diagnostizierter) Narzisst ist“? Was ich damit sagen will ist, es ist unerheblich, ob der Partner narzisstische Züge hat oder eine Narzisstische Persönlichkeitsstörung nach ICD 10 (International Classification of Deseases). Entscheidend ist, dass dieser Partner dir nicht gut tut, ja mehr noch, er schadet dir. Und zwar ganz massiv. Vielleicht wollen wir an dieser Stelle mal auf ein paar Merkmale blicken, die einen narzisstischen Menschen auszeichnen.

Er verspürt keine Empathie. Kann nicht (oder nur, wenn es zu seinem Vorteil ist – und dann ist es gespielt) auf andere Menschen eingehen.

Er hat ein grandioses Selbst! Er ist der Größte und die anderen haben meist leider keine Ahnung. Dies ist bitte nicht zu verwechseln mit Selbstliebe! Diese hat ein Narzisst nämlich nicht. Er leidet unter einer Fehleinschätzung seiner Selbst, er überhöht sich vor anderen, hält sich für elitär und einzigartig.

Es gibt allerdings auch Narzissten, die eher unterwürfig und schüchtern daherkommen. Sie geben sich bescheiden, sind eher introvertiert, und daher leider noch schwerer zu erkennen als der klassische Narzisst.

Manipulation ist eine der stärksten Waffen von Narzissten. Die verfügen häufig über ein großes Charisma und ziehen leicht andere Menschen in ihren Bann. Auf wundersame Weise schaffen sie es, sofort eine starke Verbindung aufzubauen und auch zu halten. Am Besten stellst du dir das so vor, wie wenn er unsichtbare Fäden an seinen Opfern anbringt und diese schließlich als Strippenzieher nach seinen Wünschen tanzen lässt.

Ein Narzisst kennt keine Reue. Wenn er vorgibt, etwas zu bedauern oder sich sogar entschuldigt, dann dient das einzig und allein dem Zweck, dass er wieder an die Strippen kommt und das Spiel weitergehen kann. Es ist keinesfalls von Aufrichtigkeit motiviert und deshalb wird auch dieses Lippenbekenntnis folgenlos bleiben. Er wird sich nicht ändern. Er wird sich nicht bessern. Er ist und bleibt ein Narzisst.

Er ist egozentrisch. Alles muss sich um ihn drehen. Er ist der Nabel der Welt. In seinen Augen ist das auch unbedingt gerechtfertigt, schließlich ist er ja in seinem Erleben tatsächlich der Nabel der Welt. Er ist der einzige Experte, der Einzige, der den Durchblick hat und mit dieser arroganten Haltung begegnet er auch seinen Mitmenschen. Nämlich nicht auf Augenhöhe! Im Gegenteil – seine Mitmenschen dürfen sich glücklich schätzen, wenn er sie mit seiner Gegenwart beschenkt.

Ein Narzisst ist ein Meister des Verdrehens und Leugnens. Generell dauern Diskussionen und Streitereien mit Narzissten endlos. Alles wird stundenlang durchgekaut und am Ende sagt der Narzisst ganz locker, dass er das so nie gesagt habe. Er verdreht die Dinge so lange, bis er die Schuld auf das Opfer abwälzen kann. Sieht er in einer Diskussion wirklich mal „kein Land“ mehr – was sehr selten vorkommt – so ergreift er die Flucht. Schließlich ist es ja eine Zumutung, ihm so viel von seiner wertvollen Zeit zu stehlen!

An dieser Stelle möchte ich – wenn auch nur kurz – eine Lanze brechen für den Narzissten. Er hat sich diese Störung nicht ausgesucht und er kann sich auch nicht aus ihr befreien. Jedenfalls nicht ohne Therapie und auch dann nur höchst selten. In neueren Forschungsergebnissen konnte gezeigt werden, dass die Areale im Gehirn, die für Empathie und Mitgefühl zuständig sind, bei Narzissten tatsächlich sehr viel weniger ausgeprägt sind. Die graue Substanz ist dort sehr viel geringer als bei gesunden Probanden. Ich werde in einer unserer live video Frage-Antwort-Runden (https://www.facebook.com/groups/199879767484997) noch näher darauf eingehen. Es ist absolut spannend, wie sich die Gehirne von Narzissten/Psychopathen und gesunden Probanden unterscheiden.

Vielleicht fragt ihr euch jetzt: Aber wie kann das denn sein? Wenn ich herzzerreißend weine, wie kann ihn das denn kalt lassen? Diese Frage und die dahinterstehende Verzweiflung kann ich sehr gut nachvollziehen, aber stelle dir doch mal vor, du wärst taub und jemand erklärt dir in Gebärdensprache, wie toll Musik von Mozart ist? Das kann der Betreffende dann auch kognitiv als Information aufnehmen, aber eben nicht mehr. Er hat keine dazu abgespeicherten Gefühle, keine Referenz-Erinnerungen an Konzerte, die er vielleicht mal in einer schönen Stimmung verbracht hat…. Er kann es einfach nicht. Die Spiegelneuronen, die hierzu erforderlich wären, sind in seinem Gehirn einfach nicht in der entsprechenden Anzahl angelegt. Unterm Strich heißt das: Ein Narzisst kann emotional nicht mitschwingen. Deshalb kennt er auch kein Mitgefühl und keine Reue. Wenn er dir versichert, das eine oder andere zu bereuen, dann tut er das aus dem Kopf heraus. Er hat bei anderen Menschen beobachtet, dass man sich entschuldigt, wenn man einen Anderen verletzt hat und diese Worte plappert er dann nach. Mit einem ehrlichen Gefühl hat dies allerdings (leider) nichts zu tun.

Wir stellen also fest: bei Narzissten unterscheiden sich hirnorganisch die Areale, in denen Mitgefühl, Empathie, aber auch Gewissen und Reue sitzen. Damit möchte ich ausdrücklich NICHT darstellen, dass er deshalb nichts für sein Tun kann und aus der Verantwortung ist. Das ist er/sie natürlich nicht!! Ganz im Gegenteil möchte ich euch damit vor Augen führen, wie wenig sinnvoll und zielführend es ist, sich in endlosen Diskussionen zu verzetteln, sich noch eine 1000ste Erklärungsmöglichkeit aus den Fingern zu saugen, weil man ja ständig spürt, dass das Gesagte beim Narzissten nicht ankommt. Spart euch die Mühe und spart euch die Kraft. Er kann es nicht verstehen – er kann es einfach nicht. Wir werden noch tiefer einsteigen in dieses Gebiet, doch so viel mal für heute.

Wichtig: Nicht die Opfer machen Fehler oder erklären die Dinge unzureichend bzw. falsch, nicht ihr zeigt eure Emotionen zur falschen Zeit, in der falschen Form….vergesst das alles. Ihr habt erstmal überhaupt keine Chance, mit euren Bemühungen um Harmonie und Verständnis. Versucht euch bitte, das an dieser Stelle klar zu machen. Ihr sendet eure Botschaft auf einer bestimmten Frequenz, auf dieser empfängt aber der Narzisst nicht. Und würde er es tun, so würde er sofort die Frequenz wechseln.

 

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